FABIAN ZURBRIGGEN
 
   
   
 

 

Vor 20 Jahren, im Juli 1995, bin ich in den Oberwalliser Bergen und Wäldern umhergewandert und wollte schauen, ob ich in der Natur überleben könnte von dem, was ich dort finde.

Was wäre, wenn wir uns nicht mehr auf das verlassen könnten, was wir im Alltag so selbstverständlich haben? Aus welchem Grund auch immer dachte ich in jener Zeit an Katastrophen oder Kriege, die uns heimsuchen könnten und uns alles raubten, was wir haben. Ich wollte aber auch unabhängig und eigenständig sein können und war fasziniert von Überlebenskünstlern wie Rüdiger Nehberg. Konnte ich also wirklich eigenständig in der Natur überleben?

 

Ich hatte Messer, Schlafsack, Hängematte und Gaskocher bei mir. Von Brig aus startete ich und ging zuerst bei Geimen ins Tal hinein, fand wenig Essbares, ging darauf ins Grindji, dort fand ich ein paar wilde Erdbeeren, eine Art Erbsen, eine Eidechse, Löwenzahn, verschiedene Wurzeln, Blätter und Blüten. Aber so richtig satt machte das nicht.

 

In der ersten Nacht spannte ich meine Hängematte zwischen zwei Bäumen auf und legte mich hinein. Bei den Geräuschen war mir etwas mulmig, ich konnte nicht schlafen. Also packte ich meine Sachen in der frühen Nacht wieder und ging nach Brig und dann am Glishorn den Berg hinauf. Auf einem breiten Weg lief ich in der Stille der Nacht immer weiter hoch. Ich hörte ein Surren, es kam von einem Strommast weiter vorn. Dieses Surren des Stroms liess mich innehalten. Es erinnerte mich daran, dass der Mensch sich in dieser rauen Natur ein bequemes Daheim geschaffen hat. Im Garten wachsen saftige Tomaten während in der wilden Natur alles klein und wenig nahrhaft ist.

Ich kam auf einen schmalen Weg, die Bäume liessen kein Licht vom Sternenhimmel hindurch. Stockfinster, die eigene Hand vor den Augen nicht sichtbar, ging ich langsam Schritt für Schritt voran, die Hände vor mir ausstreckend und tastend. Das Rauschen des Baches drang aus der Saltinaschlucht herauf, es klang beängstigend nah in dieser tiefschwarzen Dunkelheit. Ich lief bis ins Nesseltal und schlief im Freien vor einer Hütte. Am nächsten Morgen ass ich Löwenzahnblätter und lief ins Nanztal hinein, unterwegs ass ich ein paar Blumenblüten, die ich schon als Kind gegessen hatte.

Das Grünzeug schien mir aber mehr Last als Nahrung für den Magen zu sein, also beschloss ich, erstmal ganz aufs Essen zu verzichten. So lief ich ins Saastal hinein, suchte mir oberhalb Saas-Fee im Wald einen Platz, wo ich schlafen konnte und blieb dort für eine Woche, ass nichts, trank frisches Quellwasser, das so gut wie noch nie schmeckte.

 

Schliesslich wollte ich dann doch endlich wieder was essen. Nach vergeblicher Suche nach einem Tier, das ich fangen könnte, kehrte ich heim und ass mich wieder mal satt. Bisher hatte ich noch keinen Weg gefunden, in der kargen Natur der Walliser Berge zu überleben. Ich machte mich am gleichen Tag wieder auf, diesmal mit wenigstens ein paar Haferflocken im Sack. Insgesamt einen Monat wanderte ich so in den Wäldern herum. Ich probierte vieles, manches schmeckte widerlich, richtig satt wurde ich dabei nie. Zwei Mal kehrte ich während des Monats zurück in die Zivilisation um etwas „Normales“ zu essen.

 

Mir war wohl auch bewusst, dass ich naiv unterwegs war und dass man ich echter Not vielleicht doch ein bisschen mehr Heuschrecken fangen und essen würde. Ich verstand auch nichts vom Jagen oder vom Fischen. Wer sich gut auskennt in der Natur, würde wohl Wege finden zu überleben.

Wieder zurück, fand ich, dass ich an der Aufgabe in der Natur zu überleben gescheitert war. Falls es tatsächlich einmal eine grosse Katastrophe gäbe, dann wäre mein Überleben von der Gemeinschaft abhängig, allein würde es wohl nicht gehen. Wenn ich etwas an Erfahrung gewonnen hatte, dann war es diese Einsicht. Der tiefste Eindruck hinterliess mir aber das nächtliche Surren des Stroms inmitten der kargen Natur. Dankbarkeit und Ehrfurcht erfüllten mich in diesem Moment, weil es so unglaublich erschien, dass die Fülle und Pracht unserer kultivierten Natur trotz der Kargheit der wilden Natur möglich war, welche kulturelle Leistung der Mensch erbracht hat und wie unsicher sie mir trotz allem schien. Im Alltag erscheint es uns so selbstverständlich, und doch ist es nicht leicht zu haben.

 

 
 
Hier finden Sie Informationen und Empfehlungen für die Schweizer Nationalratswahlen 2015. Ich stelle Ihnen wertvolle Kandidaten für den Nationalrat vor und gebe Ihnen eine Wahlempfehlung für den Ständerat im Kanton Wallis. In den Wochen vor den Wahlen werde ich auf dieser Webseite laufend meine Positionen und Gedanken zu aktuellen Themen veröffentlichen. Ausserdem finden Sie Informationen zur Politik der SVP. Ich hoffe, Ihnen bei der richtigen Wahl helfen zu können.
 
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FABIAN ZURBRIGGEN

 

Vor 20 Jahren, im Juli 1995, bin ich in den Oberwalliser Bergen und Wäldern umhergewandert und wollte schauen, ob ich in der Natur überleben könnte von dem, was ich dort finde.

Was wäre, wenn wir uns nicht mehr auf das verlassen könnten, was wir im Alltag so selbstverständlich haben? Aus welchem Grund auch immer dachte ich in jener Zeit an Katastrophen oder Kriege, die uns heimsuchen könnten und uns alles raubten, was wir haben. Ich wollte aber auch unabhängig und eigenständig sein können und war fasziniert von Überlebenskünstlern wie Rüdiger Nehberg. Konnte ich also wirklich eigenständig in der Natur überleben?

 

Ich hatte Messer, Schlafsack, Hängematte und Gaskocher bei mir. Von Brig aus startete ich und ging zuerst bei Geimen ins Tal hinein, fand wenig Essbares, ging darauf ins Grindji, dort fand ich ein paar wilde Erdbeeren, eine Art Erbsen, eine Eidechse, Löwenzahn, verschiedene Wurzeln, Blätter und Blüten. Aber so richtig satt machte das nicht.

 

In der ersten Nacht spannte ich meine Hängematte zwischen zwei Bäumen auf und legte mich hinein. Bei den Geräuschen war mir etwas mulmig, ich konnte nicht schlafen. Also packte ich meine Sachen in der frühen Nacht wieder und ging nach Brig und dann am Glishorn den Berg hinauf. Auf einem breiten Weg lief ich in der Stille der Nacht immer weiter hoch. Ich hörte ein Surren, es kam von einem Strommast weiter vorn. Dieses Surren des Stroms liess mich innehalten. Es erinnerte mich daran, dass der Mensch sich in dieser rauen Natur ein bequemes Daheim geschaffen hat. Im Garten wachsen saftige Tomaten während in der wilden Natur alles klein und wenig nahrhaft ist.

Ich kam auf einen schmalen Weg, die Bäume liessen kein Licht vom Sternenhimmel hindurch. Stockfinster, die eigene Hand vor den Augen nicht sichtbar, ging ich langsam Schritt für Schritt voran, die Hände vor mir ausstreckend und tastend. Das Rauschen des Baches drang aus der Saltinaschlucht herauf, es klang beängstigend nah in dieser tiefschwarzen Dunkelheit. Ich lief bis ins Nesseltal und schlief im Freien vor einer Hütte. Am nächsten Morgen ass ich Löwenzahnblätter und lief ins Nanztal hinein, unterwegs ass ich ein paar Blumenblüten, die ich schon als Kind gegessen hatte.

Das Grünzeug schien mir aber mehr Last als Nahrung für den Magen zu sein, also beschloss ich, erstmal ganz aufs Essen zu verzichten. So lief ich ins Saastal hinein, suchte mir oberhalb Saas-Fee im Wald einen Platz, wo ich schlafen konnte und blieb dort für eine Woche, ass nichts, trank frisches Quellwasser, das so gut wie noch nie schmeckte.

 

Schliesslich wollte ich dann doch endlich wieder was essen. Nach vergeblicher Suche nach einem Tier, das ich fangen könnte, kehrte ich heim und ass mich wieder mal satt. Bisher hatte ich noch keinen Weg gefunden, in der kargen Natur der Walliser Berge zu überleben. Ich machte mich am gleichen Tag wieder auf, diesmal mit wenigstens ein paar Haferflocken im Sack. Insgesamt einen Monat wanderte ich so in den Wäldern herum. Ich probierte vieles, manches schmeckte widerlich, richtig satt wurde ich dabei nie. Zwei Mal kehrte ich während des Monats zurück in die Zivilisation um etwas „Normales“ zu essen.

 

Mir war wohl auch bewusst, dass ich naiv unterwegs war und dass man ich echter Not vielleicht doch ein bisschen mehr Heuschrecken fangen und essen würde. Ich verstand auch nichts vom Jagen oder vom Fischen. Wer sich gut auskennt in der Natur, würde wohl Wege finden zu überleben.

Wieder zurück, fand ich, dass ich an der Aufgabe in der Natur zu überleben gescheitert war. Falls es tatsächlich einmal eine grosse Katastrophe gäbe, dann wäre mein Überleben von der Gemeinschaft abhängig, allein würde es wohl nicht gehen. Wenn ich etwas an Erfahrung gewonnen hatte, dann war es diese Einsicht. Der tiefste Eindruck hinterliess mir aber das nächtliche Surren des Stroms inmitten der kargen Natur. Dankbarkeit und Ehrfurcht erfüllten mich in diesem Moment, weil es so unglaublich erschien, dass die Fülle und Pracht unserer kultivierten Natur trotz der Kargheit der wilden Natur möglich war, welche kulturelle Leistung der Mensch erbracht hat und wie unsicher sie mir trotz allem schien. Im Alltag erscheint es uns so selbstverständlich, und doch ist es nicht leicht zu haben.

 

Hier finden Sie Informationen und Empfehlungen für die Schweizer Nationalratswahlen 2015. Ich stelle Ihnen wertvolle Kandidaten für den Nationalrat vor und gebe Ihnen eine Wahlempfehlung für den Ständerat im Kanton Wallis. In den Wochen vor den Wahlen werde ich auf dieser Webseite laufend meine Positionen und Gedanken zu aktuellen Themen veröffentlichen. Ausserdem finden Sie Informationen zur Politik der SVP. Ich hoffe, Ihnen bei der richtigen Wahl helfen zu können.
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